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Diät im Advent?

Lebkuchen, Schokoweihnachtsmänner, Marzipanbrote, Printen, Dominosteine, Glühwein, Christstollen, Nüsse, Marzipankartoffeln, gefüllte Herzen, Zimtsterne… wie soll man da eigentlich abnehmen? Meine Antwort: Gar nicht! Lange Gesichter, weil sich nur Mandarinen im Weihnachtsteller finden, sind nicht nötig.

Gönnen Sie sich eine Pause. Advent ist Advent und Weihnachten ist Weihnachten. Die Leckereien gehören nunmal dazu. Wie schon in früheren Artikeln erwähnt: Abnehmen dauert lange, wenn es nachhaltig sein soll und Sie den Jojo-Effekt vermeiden wollen. Dazu gehört, sich auch einmal etwas zu erlauben. Mein Ziel für den Dezember: Nicht oder nur geringfügig zuzunehmen. Wenn ich Anfang Januar 1 Kilo mehr wiege, geht das voll in Ordnung angesichts der rund 18 kg, die ich bereits abgenommen habe.

Nicht (wesentlich) zunehmen bedeutet für mich: weiterhin Kontrolle, weiterhin wiegen, weiterhin aufschreiben und ungefähr die Anzahl der Kalorien einhalten, die man essen darf, ohne zuzunehmen. Nächstes Jahr darf es dann wieder weitergehen. Aber nicht als sinnloses Vorhaben in der Sylvesternacht. Falls Sie gerade jetzt mit dem Gedanken spielen sollten, eine Diät zu beginnen: Lassen Sie es! Nächstes Jahr ist auch noch Zeit. Oder beginnen Sie mit der Vorbereitungsphase, um dann Anfang Januar in die eigentliche Diät einzusteigen.

In diesem Sinne: Schöne und leckere Festtage!

Update:

Wir haben den 1. Februar: Ich habe den ganzen Advent über aufgeschrieben (was z.T. nach kleineren Lebkuchenorgien durchaus drastische Kalorienzahlen ergab) und im Laufe der Adventszeit ungefähr 2 kg zugenommen. Seit dem 1. Januar ernähre ich  mich wieder wie vorher, wobei ich es stressbedingt nicht täglich schaffe, meine Kalorienzahlen einzuhalten, also etwas mehr esse, als ich mir vorgenommen habe. Immer noch wenig genug. Ohne Hungern habe ich die letzten 4 Wochen meine Sünden nicht nur ausgeglichen sondern wiege sogar 1 Pfund weniger als am 1. Dezember. Es funktioniert.

bisher 1 Kommentar 07. Dezember 2008

Der Feind, die Waage

Die Waage ist der natürlicher Feind aller Abnehmwilligen. Wir stellen uns morgens drauf, nur um festzustellen, dass sich wieder nichts getan hat, oder schlimmer: Dass wir trotz aller Mühen mehr wiegen als gestern. Das folgende Diagramm zeigt einen Zeitraum von 20 Tagen aus meiner Diät. An 5 Tagen habe ich morgens mehr gewogen, als am Tag zuvor.

Anders gesagt: ein Viertel aller Tage waren frustrierend. Das ist ein ganz wichtiger Grund, warum Diäten immer wieder scheitern. Wir mühen uns ab und hungern uns die Pfunde runter, aber an allzu vielen Tagen tut sich auf der Waage entweder gar nichts oder das falsche! Und das ausgerechnet, wenn wir sowieso frustriert sind, weil wir nicht so essen dürfen, wie wir gerne möchten.

Dessen müssen Sie sich bewusst sein, wenn Sie abnehmen wollen. Das tägliche Gewicht sollen Sie zwar aufschreiben, aber die Zahlen können Sie getrost ignorieren. Unser Gewicht schwankt täglich, und das oft um mehr als 1 kg. Die wichtigste Ursache ist Wasser, das sich mal mehr und mal weniger stark im Körper ansammelt. Viel oder wenig Trinken, viel oder wenig Kaffee, viel oder wenig Salz, all das manipuliert Ihren Wasser-Haushalt und damit Ihr Gewicht. Bei Frauen kommt noch die Periode hinzu.

Dieses Auf und Ab ist völlig normal, wir sind uns dessen nur nicht bewusst, weil wir unser Gewicht normalerweise nur kontrollieren, wenn wir Diät halten. Und genau deshalb können wir beim täglichen Gang auf die Waage schier verzweifeln und die Diät vor lauter Frust sogar ganz abbrechen. Was wir brauchen, ist eine Anzeige, wieviel wir tatsächlich abgenommen haben. Das sieht dann etwa so aus:

Sie sehen dasselbe Diagramm wie oben. Tatsächlich habe ich in den 20 Tagen stetig abgenommen, und zwar mehr als 3 kg. Was die rote Linie anzeigt, ist das gewichtete Mittel der letzten 10 Tage. Das brauchen Sie natürlich nicht täglich auszurechnen: Sie fügen nur eine weitere Spalte in Ihrer Tabellenkalkulation hinzu. In Open Office Calc sieht das so aus:

Die Formel lautet: Heutiges Gewicht * 10 plus gestriges Gewicht mal 9 plus vorgestriges mal 8 usw. (…) plus Gewicht vor 10 Tagen mal 1. Die Summe wird durch 55 geteilt. Ich habe hier einen Zeitraum von 10 Tagen gewählt, was für gute Ergebnisse sorgt. Sie können auch einen anderen Zeitraum wählen, z.B. 7 Tage (dann muss durch 28 geteilt werden). Je kürzer Sie den Zeitraum wählen, desto weniger stark glättet die Formel.

Wenn Sie sich nicht mehr am absoluten Gewicht sondern am gewichteten Mittel orientieren, werden Sie feststellen, dass das Abnehmen doch ganz schön lange dauert, aber auch stetig verläuft. Sie bekommen nicht nur ein Gefühl dafür, dass Pfunde einsparen genauso lange dauert wie anfuttern, sondern vermeiden jede Menge Frust.

Sollte sich der Durchschnitt über mehrere Tage nicht verändern, ist das ein Zeichen dafür, dass Sie noch zu viel essen. Sollte der Durschnitt ansteigen, haben Sie mehr zu sich genommen, als Sie brauchen.

jetzt kommentieren? 03. November 2008


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